Wenn Google nur noch Filterseiten liest: Crawl-Budget in drei Shops zurückgeholt

Die Search Console meldete tausende Adressen mit derselben kanonischen URL. Gemessen wurde am Server — nicht geraten.

Schmierstoffhändler mit drei Shops ·Großhandel, Schmierstoffe ·2026
5.362 → 3.161 angemeldete Adressen nach der Bereinigung
2.111 → 0 doppelt gemeldete Artikelvarianten
76,5 % Filterseiten-Anteil beim wahren Verursacher
Die Aufgabe

Auftrag über die JTL-Projektbörse: Die Google Search Console meldet für den Shop eine „große Anzahl von Seiten, die auf dieselbe kanonische URL verweisen“. Ursache finden und abstellen.

Was dabei entstanden ist

Gemessen statt vermutet

Ausgewertet wurden die Server-Protokolle von zwei Wochen, die Sperrdatei für Suchmaschinen und die angemeldeten Adressen — für alle drei Domains des Kunden, nicht nur für die, um die es im Auftrag ging.

Drei Ursachen benannt

Die Sperrdatei war seit einem Update vollständig leer. Artikelvarianten wurden Google zusätzlich über die Sitemap angemeldet. Und ein zweiter, viel kleinerer Shop erzeugte mehr Roboterlast als der große.

Behoben und umkehrbar

Neue Sperrregeln für alle Filter- und Sortierparameter, Varianten aus der Sitemap genommen, alles vorher gesichert. Bewusst nicht gesperrt wurden die Varianten selbst — Google muss sie weiter lesen dürfen, um sie zuzuordnen.

Ehrlich abgegrenzt

Im Bericht steht, was der einfache Weg leistet und was er nicht leistet — und was eine zweite Stufe kosten würde, falls die Meldung in sechs bis acht Wochen noch steht. Verkauft wurde diese zweite Stufe nicht.

Die Meldung

„Große Anzahl von Seiten, die auf dieselbe kanonische URL für Domäne verweisen.” So steht es in der Google Search Console, und so stand es in der Ausschreibung. Übersetzt heißt das: Google läuft tausende Adressvarianten desselben Inhalts ab — Filterkombinationen, Sortierungen, Seitenzähler — statt die Produkte zu erfassen, um die es eigentlich geht.

Was die Messung ergeben hat

Bevor irgendetwas geändert wurde, wurde gemessen: zwei Wochen Server-Protokolle, die Sperrdatei für Suchmaschinen, die angemeldeten Adressen. Drei Befunde:

Die Sperrdatei war leer. Normalerweise bringt das Shopsystem hier Standardregeln mit — die waren nach einem Update verschwunden. Ohne sie darf jeder Roboter jede Filterkombination abgrasen.

Die Varianten wurden Google aktiv gemeldet. Dasselbe Öl in 1 l, 5 l und im Zwölferkarton verweist korrekt auf den Hauptartikel — das ist richtig so. Zusätzlich wurden diese Varianten aber über die Sitemap eigens angemeldet: 2.111 von 5.362 Adressen, also 39 Prozent. Der Shop hat Google selbst auf die Seiten gestoßen, über die es sich anschließend beschwerte.

Der größere Verursacher war der kleinere Shop. Die Protokollauswertung zeigte etwas, mit dem niemand gerechnet hatte: Ein Nebenshop mit 21 Artikeln erzeugte an einem einzigen Tag knapp 50.000 Roboterzugriffe — drei von vier Zugriffen dort waren Filterseiten. Der große Shop kam auf 22 Prozent. Der Auftrag betraf ihn gar nicht.

Was gemacht wurde

Neue Sperrregeln für alle Filter- und Sortierparameter, einzeln und in Kombination, für beide betroffenen Shops. Die Varianten wurden aus der Sitemap genommen, die Sitemap sofort neu erzeugt. Nicht gesperrt wurden die Varianten selbst, Bilder, Layout-Dateien und der Blog — wer hier pauschal sperrt, nimmt Google die Möglichkeit, die Zuordnung überhaupt zu verstehen.

Vor jedem Eingriff wurde gesichert, anschließend wurden alle drei Domains auf Funktion geprüft.

Was der Kunde bekommen hat — und was nicht

Die Meldung in der Search Console verschwindet nicht sofort; Google braucht erfahrungsgemäß zwei bis sechs Wochen. Spürbar wird zuerst etwas anderes: Der Ballast aus Roboterzugriffen auf Filterseiten fällt weg, und das kommt den echten Besuchern zugute.

Im Bericht steht auch, was nicht enthalten war: Die Variantenadressen existieren weiter und sind im Shop verlinkt. Sollte das nicht reichen, gibt es eine zweite Stufe — Umbau des Variantenumschalters und aktives Entfernen der Filterseiten aus dem Index. Das ist ein Eingriff in die Shop-Vorlage und wurde bewusst nicht mitverkauft, bevor feststeht, ob der einfachere Weg genügt.

Zwei Funde außerhalb des Auftrags gab es obendrauf, darunter eine frei abrufbare Datei, die die komplette Serverkonfiguration preisgab. Angefasst wurde sie nicht — gemeldet schon.

Steckbrief

Kunde
Schmierstoffhändler mit drei Shops
Branche
Großhandel, Schmierstoffe
Zeitraum
2026
Im Netz
/referenzen/crawl-budget-kanonische-urls/ ↗

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