Artikeldaten, die brauchbar sind: Migration, Aufbereitung, Anreicherung

Systemwechsel ohne Datenverlust — und Lieferantenlisten, aus denen verkäufliche Artikel werden.

Manuel Uhrig, Inhaber UHRIG Solutions ·Deutschlandweit & remote ·Stand 12. August 2026
Passt, wenn …

Sie wechseln das System und wollen Ihre Historie nicht verlieren. Oder Sie haben eine Lieferantenliste mit 40.000 Zeilen bekommen, aus der irgendwie verkäufliche Artikel werden sollen — mit Beschreibungen, Bildern und Kategorien.

Passt nicht, wenn …

Sie brauchen laufende redaktionelle Textpflege für einzelne Produkte mit hohem Anspruch an Markensprache. Ich mache die Datenseite und die Massenverarbeitung; für Markentexte am Einzelartikel sind Texter die bessere Wahl.

Was konkret dazugehört

Systemwechsel

Artikel, Kunden, Bestände, Preise und offene Aufträge aus Altsystemen nach JTL — mit Protokoll, welche Quelle in welches Feld gelaufen ist.

Lieferantenlisten

Aus Rohlisten in fremdem Format werden importierbare Artikeldaten: Felder zuordnen, Einheiten vereinheitlichen, Aufschläge rechnen, Dubletten erkennen.

Anreicherung

Fehlende Beschreibungen, Merkmale, Kategoriezuordnungen und Bilder ergänzen — auch für große Sortimente, bei denen Handarbeit ausscheidet.

Bereinigung

Dubletten, tote Artikel, widersprüchliche Merkmale und historisch gewachsene Kategoriebäume aufräumen.

Pflichtangaben

Prüfung und Ergänzung gesetzlich erforderlicher Angaben über das gesamte Sortiment, etwa Herstellerangaben nach der Produktsicherheitsverordnung.

Laufende Versorgung

Wiederkehrende Lieferantenimporte automatisiert statt monatlich von Hand — siehe Automatisierung.

Datenprojekte scheitern selten an der Technik. Sie scheitern daran, dass niemand vorher hineingesehen hat.

Der Satz, den ich am häufigsten höre, lautet sinngemäß: „Unsere Artikeldaten sind eigentlich gepflegt.” Der Auszug zeigt dann Gewichtsangaben in drei verschiedenen Einheiten, Herstellernamen in fünf Schreibweisen und ein Merkmalsfeld, das vor drei Jahren für etwas anderes zweckentfremdet wurde und seitdem beides enthält.

Das ist kein Vorwurf, das ist der Normalzustand gewachsener Sortimente. Aber es ist der Grund, warum ich vor jedem Angebot einen echten Datenauszug sehen will statt einer Beschreibung.

Migration: das Protokoll ist wichtiger als der Import

Beim Systemwechsel bekommt fast jeder das Hineinschreiben hin. Der Unterschied zeigt sich drei Monate später, wenn jemand fragt, warum bei einer Artikelgruppe der Einkaufspreis fehlt.

Ohne Protokoll lässt sich das nicht mehr klären. Mit Protokoll steht dort, dass diese Artikel im Altsystem kein befülltes Preisfeld hatten und deshalb in der Ausnahmeliste gelandet sind — mit Datum und Anzahl.

Deshalb ist meine Reihenfolge immer dieselbe: Zuordnung schriftlich festlegen, von Ihnen freigeben lassen, Probelauf auf einem Ausschnitt, Prüfung an echten Artikeln, dann der vollständige Lauf. Und in jedem Fall bleibt das Altsystem bestehen, bis das neue nachweislich trägt.

Lieferantendaten: aus Rohlisten werden Artikel

Der zweite große Block sind Lieferantenlisten. Eine Datei mit 40.000 Zeilen, in der Preise, Bestände und ein paar Attribute stehen — und daraus sollen verkäufliche Artikel werden.

Die Arbeit steckt in den Zwischenschritten, die niemand im Angebot sieht: Einheiten vereinheitlichen, Staffelpreise auflösen, Dubletten über verschiedene Schreibweisen erkennen, Aufschlagslogik anwenden, fehlende Kategorien zuordnen. Und schließlich die Frage, was mit Artikeln passiert, die diesmal nicht mehr in der Liste stehen — die verschwinden nämlich nicht, die müssen aktiv auf ausgelistet gesetzt werden.

Große Sortimente ohne Handarbeit

Bei mehreren tausend Artikeln lassen sich Beschreibungen und Merkmale nicht mehr von Hand pflegen. Ich arbeite hier mit generierter Ergänzung auf Basis der vorhandenen Daten, aber nach zwei festen Regeln.

Erstens läuft nichts ungeprüft ins Livesystem. Eine automatische Erzeugung, die direkt schreibt, verteilt Fehler in Sekunden über das ganze Sortiment. Zweitens wird stichprobenartig kontrolliert, und bei rechtlich relevanten Angaben enger als bei Fließtext.

Das ist langsamer als der Knopf, der alles auf einmal macht. Es ist aber der Unterschied zwischen einem Sortiment, das verkauft, und einem, das man hinterher wieder aufräumen muss.

Wie das abläuft

  1. 01
    Daten ansehen

    Ich brauche einen Auszug, keine Beschreibung. Was in Datenfeldern wirklich steht, weicht fast immer davon ab, was im Betrieb angenommen wird.

  2. 02
    Zuordnung festlegen

    Welches Quellfeld wird welches Zielfeld. Das wird schriftlich festgehalten und von Ihnen freigegeben, bevor irgendetwas geschrieben wird.

  3. 03
    Probelauf

    Erst ein Ausschnitt in ein Testsystem. Sie prüfen an echten Artikeln, ob das Ergebnis stimmt.

  4. 04
    Übernahme

    Vollständiger Lauf mit Protokoll und Rückweg. Was nicht zugeordnet werden konnte, steht in einer Ausnahmeliste statt still zu verschwinden.

Häufige Fragen

Können Sie unsere Daten aus Afterbuy, Billbee oder plentyONE übernehmen?

Ja. Bei allen gängigen Systemen gibt es einen Weg, die Daten strukturiert herauszubekommen — über Export, API oder direkt aus der Datenbank. Aufwendiger als das Herausholen ist meist die Zuordnung: Welches Feld im Altsystem entspricht welchem in JTL, und was passiert mit den Feldern, für die es keine Entsprechung gibt. Genau das legen wir vorher fest.

Was passiert mit Daten, die nicht sauber zuzuordnen sind?

Die landen in einer Ausnahmeliste, nicht im Papierkorb und auch nicht geraten in irgendein Feld. Sie bekommen nach der Migration eine Aufstellung, was übernommen wurde, was umgerechnet wurde und was liegen geblieben ist. Ohne dieses Protokoll ist eine Migration nicht überprüfbar — und dann fällt ein Fehler erst Monate später auf.

Wie gehen Sie mit Produktbeschreibungen für große Sortimente um?

Bei mehreren tausend Artikeln ist Handarbeit ausgeschlossen, deshalb arbeite ich mit generierten Texten auf Basis der vorhandenen Merkmale. Wichtig ist mir dabei zweierlei: Die Erzeugung läuft nie ungeprüft ins Livesystem, und die Texte werden vor der Freigabe stichprobenartig kontrolliert. Bei Artikeln mit rechtlich relevanten Angaben prüfe ich enger.

Übernehmen Sie auch die Prüfung gesetzlicher Pflichtangaben?

Ja, für die datenseitige Prüfung über das gesamte Sortiment — etwa ob zu jedem Artikel ein Hersteller oder ein EU-Verantwortlicher hinterlegt ist und ob die Angaben vollständig sind. Ich prüfe die Daten, nicht die Rechtslage: Bei der Frage, was in Ihrem Fall genau gefordert ist, gehört ein Anwalt dazu.

Wie lange dauert eine Migration?

Der technische Lauf dauert Stunden. Die Zeit geht für Zuordnung und Prüfung drauf. Bei einem überschaubaren Sortiment mit sauberen Altdaten sind ein bis zwei Wochen realistisch, bei gewachsenen Beständen mit Dubletten und uneinheitlicher Pflege deutlich mehr. Den größten Teil bestimmen Sie mit: Je schneller die Zuordnung freigegeben wird, desto zügiger geht es.

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