JTL-Wawi-Hosting auf eigener Datenbank statt geteilter Instanz

Datenbank im deutschen Rechenzentrum, Worker als Dienst, Backup mit getestetem Restore.

Manuel Uhrig, Inhaber UHRIG Solutions ·Deutschlandweit & remote ·Stand 12. August 2026
Passt, wenn …

Sie arbeiten von mehreren Standorten oder aus dem Homeoffice, haben niemanden im Haus, der sich um Windows-Updates und Backups kümmern will, oder Ihr Wawi-Rechner im Büro ist zum Risiko geworden — weil abends jemand ausschaltet und dann nachts nichts mehr abgleicht.

Passt nicht, wenn …

Sie sitzen mit zwei Arbeitsplätzen an einem Standort und haben jemanden im Haus, der sich mit Windows auskennt. Dann ist ein eigener Server im LAN schneller und im Betrieb günstiger. Ich sage Ihnen das im Erstgespräch auch, statt Ihnen etwas zu vermieten.

Was konkret dazugehört

Eigene Datenbank statt geteilter Instanz

Jeder Kunde bekommt seine eigene Datenbank mit reserviertem Speicher. Kein Nachbar, der Ihnen den Cache verdrängt, wenn er gerade einen Massenimport fährt.

Worker als Windows-Dienst

Der JTL-Worker läuft als Dienst, nicht in einer angemeldeten Sitzung. Abgleiche und Zahlungsabholungen laufen auch nachts und nach einem Neustart weiter.

Zugang nur über Freigabe

Datenbank- und Remote-Zugang sind auf Ihre IP-Adressen beschränkt. Ein SQL-Port, der offen im Internet steht, ist keine Konfiguration, sondern ein Vorfall mit Vorlaufzeit.

Backup mit getestetem Restore

Verschlüsselte Sicherung auf getrennten Speicher, mit regelmäßig geprüftem Rückspielen. Ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist eine Vermutung.

Deutsches Rechenzentrum

Dedizierte Hardware bei einem deutschen Anbieter. Keine Weiterverkaufskette, keine Datenverarbeitung außerhalb der EU.

Updates begleitet

Wawi-Updates auf dem gehosteten System bereite ich vor und führe sie durch — inklusive der Rechte- und Datenbankthemen, an denen sie sonst hängen bleiben.

Die meisten Hosting-Angebote für die JTL-Wawi unterscheiden sich nicht in dem, was auf der Preisliste steht, sondern in drei Details, die dort nie auftauchen. Deshalb schreibe ich sie hier hin.

Erstens: eigene Datenbank oder geteilte Instanz

Eine SQL-Server-Instanz hat einen begrenzten Arbeitsspeicher, aus dem sich alle Datenbanken darauf bedienen. Liegen zehn Kunden auf einer Instanz und einer fährt einen Massenimport, verdrängt er die Daten der anderen aus dem Cache. Deren Wawi wird in dem Moment langsam, ohne dass sie irgendetwas getan hätten.

Ich betreibe deshalb eine Datenbank pro Kunde mit reserviertem Speicher. Das kostet mehr Hardware pro Kunde und ist der Grund, warum ich nicht der billigste Anbieter bin.

Zweitens: läuft der Worker wirklich als Dienst

Der JTL-Worker erledigt alles, was ohne Klick passieren soll — Shop-Abgleich, Zahlungsabholung, Auftragsimport von Marktplätzen. Läuft er in einer angemeldeten Benutzersitzung, steht er, sobald sich jemand abmeldet oder der Server neu startet.

Als Windows-Dienst eingerichtet läuft er unabhängig davon. Das klingt selbstverständlich, ist es in der Praxis aber nicht — und die Fehlermeldung, mit der so eine Einrichtung scheitert, ist so unspezifisch, dass sie einen eigenen Artikel wert war.

Drittens: wurde das Backup je zurückgespielt

„Wir machen Backups” ist keine Aussage über Sicherheit. Die einzige Frage, die zählt: Wann wurde zuletzt eine Sicherung tatsächlich zurückgespielt, und wie lange hat das gedauert?

Ich teste das planmäßig, nicht anlassbezogen. Der Unterschied zeigt sich erst im Ernstfall — dann aber vollständig. Warum ich das für den am meisten unterschätzten Punkt im ganzen Betrieb halte, steht hier ausführlicher.

Wann Sie das gar nicht brauchen

Wenn Sie mit zwei oder drei Arbeitsplätzen an einem Standort sitzen und jemanden im Haus haben, der sich mit Windows auskennt: Bleiben Sie bei eigener Hardware im LAN. Die Latenz im lokalen Netz liegt unter einer Millisekunde, das schlägt jedes Rechenzentrum.

Interessant wird Hosting genau dann, wenn Homeoffice, ein zweiter Standort oder schlicht niemand da ist, der abends Windows-Updates einspielen will. Dann lösen Sie mit einem gehosteten System das Latenzproblem über Remote-Desktop — statt es zu verwalten.

Wie das abläuft

  1. 01
    Bedarf klären

    Wie viele Arbeitsplätze, wie groß die Datenbank, welche Schnittstellen. Daraus ergibt sich die Größe — nicht aus einer Paketliste, die Sie erraten müssen.

  2. 02
    Umzug vorbereiten

    Ihre bestehende Datenbank wird gesichert und auf dem Zielsystem probeweise eingespielt. Erst wenn das sauber läuft, wird ein Termin für den echten Umzug gemacht.

  3. 03
    Umzug

    Meist außerhalb der Geschäftszeiten. Die alte Umgebung bleibt vorerst bestehen, damit ein Rückweg existiert.

  4. 04
    Betrieb

    Monitoring, Backups, Updates laufen mit. Sie melden sich, wenn etwas ist — nicht umgekehrt.

Häufige Fragen

Kann man JTL-Wawi überhaupt sinnvoll hosten?

Ja, aber nicht, indem man den Client über die Leitung auf eine entfernte Datenbank zugreifen lässt. Die Wawi schickt für einen einzigen Vorgang oft mehrere hundert Einzelabfragen los, und jede wartet auf ihre Antwort. Bei 25 Millisekunden Latenz summiert sich das auf mehrere Sekunden pro Klick. Deshalb wird beim Hosting per Remote-Desktop direkt auf dem Server gearbeitet — dann laufen die Abfragen lokal und über die Leitung geht nur das Bildschirmbild.

Was kostet gehostetes JTL-Wawi-Hosting?

Der Preis richtet sich nach Datenbankgröße, Anzahl der Arbeitsplätze und Backup-Umfang. Seriöse Angebote am Markt bewegen sich je nach Ausbau etwa zwischen 25 und 100 Euro im Monat. Deutlich günstigere Angebote sparen fast immer an denselben drei Stellen: geteilte SQL-Instanz ohne Speicherreservierung, kein getestetes Restore, kein Worker als Dienst. Ihr konkreter Preis kommt nach dem Erstgespräch schriftlich.

Wie komme ich an meine Daten, wenn ich wieder wechseln will?

Sie bekommen auf Anforderung jederzeit eine vollständige Sicherung Ihrer Datenbank, ohne Begründung und ohne Wartefrist. Ein Hosting, aus dem man nur schwer wieder herauskommt, ist ein schlechtes Geschäft für den Kunden — und langfristig auch für mich.

Was passiert bei einem Ausfall?

Die Systeme werden überwacht, und ich sehe Störungen in der Regel, bevor Sie sie melden. Eine vertraglich garantierte Wiederherstellungszeit rund um die Uhr biete ich als Einzelbetrieb aber nicht an. Wenn Ihr Geschäft das braucht, sagen Sie es — dann ist ein größerer Anbieter der ehrlichere Rat.

Läuft auch JTL-WMS oder der Shop-Abgleich mit?

Ja. WMS-Anbindung, Shop-Abgleich, Marktplatzschnittstellen und der Worker laufen auf demselben System mit. Was zusätzliche Ressourcen braucht, klären wir vorher, damit es später keine Überraschung gibt.

Weitere Leistungen

Klingt nach Ihrem Thema?

Kurzer Anruf, ehrliche Einschätzung, kein Vertriebsgerede. Ich sage Ihnen auch, wenn ich der Falsche bin.