Die meisten Hosting-Angebote für die JTL-Wawi unterscheiden sich nicht in dem, was auf der Preisliste steht, sondern in drei Details, die dort nie auftauchen. Deshalb schreibe ich sie hier hin.
Erstens: eigene Datenbank oder geteilte Instanz
Eine SQL-Server-Instanz hat einen begrenzten Arbeitsspeicher, aus dem sich alle Datenbanken darauf bedienen. Liegen zehn Kunden auf einer Instanz und einer fährt einen Massenimport, verdrängt er die Daten der anderen aus dem Cache. Deren Wawi wird in dem Moment langsam, ohne dass sie irgendetwas getan hätten.
Ich betreibe deshalb eine Datenbank pro Kunde mit reserviertem Speicher. Das kostet mehr Hardware pro Kunde und ist der Grund, warum ich nicht der billigste Anbieter bin.
Zweitens: läuft der Worker wirklich als Dienst
Der JTL-Worker erledigt alles, was ohne Klick passieren soll — Shop-Abgleich, Zahlungsabholung, Auftragsimport von Marktplätzen. Läuft er in einer angemeldeten Benutzersitzung, steht er, sobald sich jemand abmeldet oder der Server neu startet.
Als Windows-Dienst eingerichtet läuft er unabhängig davon. Das klingt selbstverständlich, ist es in der Praxis aber nicht — und die Fehlermeldung, mit der so eine Einrichtung scheitert, ist so unspezifisch, dass sie einen eigenen Artikel wert war.
Drittens: wurde das Backup je zurückgespielt
„Wir machen Backups” ist keine Aussage über Sicherheit. Die einzige Frage, die zählt: Wann wurde zuletzt eine Sicherung tatsächlich zurückgespielt, und wie lange hat das gedauert?
Ich teste das planmäßig, nicht anlassbezogen. Der Unterschied zeigt sich erst im Ernstfall — dann aber vollständig. Warum ich das für den am meisten unterschätzten Punkt im ganzen Betrieb halte, steht hier ausführlicher.
Wann Sie das gar nicht brauchen
Wenn Sie mit zwei oder drei Arbeitsplätzen an einem Standort sitzen und jemanden im Haus haben, der sich mit Windows auskennt: Bleiben Sie bei eigener Hardware im LAN. Die Latenz im lokalen Netz liegt unter einer Millisekunde, das schlägt jedes Rechenzentrum.
Interessant wird Hosting genau dann, wenn Homeoffice, ein zweiter Standort oder schlicht niemand da ist, der abends Windows-Updates einspielen will. Dann lösen Sie mit einem gehosteten System das Latenzproblem über Remote-Desktop — statt es zu verwalten.