Automatisierung: was heute jemand von Hand klickt, muss morgen niemand mehr

JTL-Workflows, Schnittstellen und eigene Skripte — dort, wo der Standard aufhört.

Manuel Uhrig, Inhaber UHRIG Solutions ·Deutschlandweit & remote ·Stand 12. August 2026
Passt, wenn …

Jemand in Ihrem Betrieb macht regelmäßig etwas von Hand, das immer gleich abläuft: Listen zusammenkopieren, Preise aktualisieren, Bestände abgleichen, Mails abtippen. Sie wollen wissen, ob und wie sich das automatisieren lässt.

Passt nicht, wenn …

Der Vorgang läuft einmal im Quartal und dauert zwanzig Minuten. Dann kostet die Automatisierung mehr, als sie je einspart — und ich rechne Ihnen das vor, statt sie Ihnen zu bauen.

Was konkret dazugehört

JTL-Workflows

Statuswechsel, Mailversand, Prüfregeln und Etikettendruck direkt in der Wawi. Der Standardweg, der überraschend weit trägt, wenn man ihn kennt.

Ameise-Automatik

Wiederkehrende Importe und Exporte, zeitgesteuert und mit Prüfung, ob die Datei überhaupt so aussieht wie erwartet.

Lieferantendaten

Preis- und Bestandslisten automatisch abholen, umrechnen, Aufschläge anwenden und einspielen — inklusive Umgang mit Lieferanten, die ihr Format ohne Ankündigung ändern.

API-Anbindungen

Anbindung von Marktplätzen, Zahlungsanbietern, Versanddienstleistern oder Fachdatenbanken, wenn es dafür kein fertiges Plugin gibt.

Skripte

Python für Datenverarbeitung und Schnittstellen, Excel und VBA dort, wo im Büro ohnehin mit Tabellen gearbeitet wird.

Überwachung

Eine Automatik, die still ausfällt, ist schlimmer als Handarbeit. Deshalb gehört zu jedem Ablauf eine Meldung, wenn er nicht durchgelaufen ist.

Automatisierung ist in diesem Beruf ein Wort, mit dem viel verkauft und wenig gerechnet wird. Deshalb fange ich bei jeder Anfrage mit derselben Rechnung an: Wie oft läuft der Vorgang, wie lange dauert er, und was kostet es, ihn abzuschaffen?

Zehn Minuten täglich sind über vierzig Stunden im Jahr. Das trägt fast jede Lösung. Zwanzig Minuten im Quartal sind gut eine Stunde im Jahr — da baue ich nichts, sondern sage Ihnen, dass es sich nicht lohnt.

Der Standard reicht weiter, als man denkt

Bevor ich etwas programmiere, schaue ich, was die Wawi selbst kann. JTL-Workflows decken mehr ab, als die meisten Anwender nutzen: automatische Statuswechsel, Mails bei bestimmten Ereignissen, Prüfregeln beim Auftragseingang, Druckaufträge.

Ein Beispiel, das in fast jedem Betrieb etwas bringt: eine Prüfregel, die Aufträge mit auffälliger Lieferadresse, ungewöhnlicher Menge oder abweichender Rechnungsadresse automatisch auf einen eigenen Status setzt, statt sie durchlaufen zu lassen. Das ist eine Viertelstunde Konfiguration und verhindert im Jahr mehrere unangenehme Fälle.

Wo eine eigene Lösung anfängt

Interessant wird es, wenn Daten von außen kommen. Der Klassiker sind Lieferantenlisten: Jeden Morgen liegt eine Datei bereit, die eingelesen, umgerechnet und eingespielt werden muss. Hier zeigt sich der Unterschied zwischen einer Automatik, die läuft, und einer, die trägt.

Eine Importvorlage, die stumpf nach Spaltenposition arbeitet, funktioniert genau so lange, bis der Lieferant eine Spalte einfügt. Danach wandert der Einkaufspreis ins Gewichtsfeld — und zwar ohne Fehlermeldung, weil beides Zahlen sind. Der Fehler fällt erst auf, wenn die Kalkulation nicht mehr stimmt. Warum diese Spaltendrift so tückisch ist, habe ich separat aufgeschrieben.

Ich baue Importe deshalb grundsätzlich mit drei Absicherungen: Zuordnung über Spaltennamen statt Position, Plausibilitätsprüfung vor dem Schreiben, und eine Meldung, wenn ein Lauf nicht stattgefunden hat.

Der wichtigste Teil ist die Meldung bei Ausfall

Eine Automatik, die still stehen bleibt, ist gefährlicher als Handarbeit. Bei Handarbeit merkt jemand, dass er die Aufgabe nicht gemacht hat. Ein Skript, das seit elf Tagen nicht mehr läuft, fällt auf, wenn die Bestände auseinandergelaufen sind.

Deshalb gehört zu jedem Ablauf, den ich baue, eine Überwachung: Läuft er durch, passiert nichts. Läuft er nicht durch oder liefert er unplausible Ergebnisse, bekommen Sie eine Nachricht. Nicht täglich einen Statusbericht, den nach zwei Wochen niemand mehr liest — sondern eine Meldung nur dann, wenn tatsächlich etwas zu tun ist.

Wie das abläuft

  1. 01
    Vorgang beobachten

    Sie zeigen mir einmal, wie es heute gemacht wird. Meistens finden sich dabei Schritte, die gar nicht mehr nötig sind — die automatisiere ich dann auch nicht.

  2. 02
    Rechnen

    Wie oft läuft der Vorgang, wie lange dauert er, was kostet das Bauen. Wenn sich das nicht innerhalb eines überschaubaren Zeitraums trägt, sage ich ab.

  3. 03
    Bauen und testen

    Erst auf Kopien und Testdaten. Eine Automatik, die im ersten Lauf 4.000 Preise falsch setzt, macht mehr Arbeit als sie je gespart hat.

  4. 04
    Übergeben

    Mit Dokumentation, Fehlermeldung bei Ausfall und der Information, wie Sie es abschalten. Sie sollen nicht von mir abhängig werden.

Häufige Fragen

Ab wann lohnt sich Automatisierung?

Rechnen Sie grob: Dauer mal Häufigkeit im Jahr ergibt die eingesparte Zeit. Zehn Minuten täglich sind über 40 Stunden im Jahr — das trägt fast jede Automatisierung. Zwanzig Minuten im Quartal sind gut eine Stunde im Jahr, das trägt keine. Der zweite, oft wichtigere Faktor ist die Fehlerquote: Ein Vorgang, bei dem regelmäßig etwas übersehen wird, kann sich auch bei geringer Häufigkeit lohnen.

Reichen JTL-Workflows, oder brauche ich eine eigene Programmierung?

Workflows tragen weiter, als die meisten denken — Statuswechsel, Mails, Prüfregeln, Druckaufträge laufen damit sauber. Eine eigene Lösung braucht es meist erst, wenn Daten von außerhalb verarbeitet werden müssen, wenn mehrere Systeme miteinander sprechen sollen oder wenn Berechnungen nötig sind, die über Wenn-Dann hinausgehen. Ich schaue immer zuerst, ob der Standard reicht.

Was passiert, wenn ein Lieferant sein Dateiformat ändert?

Genau darauf lege ich beim Bauen Wert. Ein Import, der stumpf die dritte Spalte als Preis liest, bricht beim nächsten Update der Lieferantenliste — oder schlimmer, er bricht nicht, sondern schreibt die Artikelnummer als Preis. Ich baue Importe deshalb mit Prüfung auf Spaltennamen und Plausibilität, und mit einer Meldung statt eines stillen Fehlschlags.

Bekomme ich den Quellcode?

Ja. Was ich für Sie baue, gehört Ihnen, inklusive Quellcode und Dokumentation. Ich halte nichts von Konstruktionen, aus denen ein Kunde nur mit meiner Hilfe wieder herauskommt.

Können Sie auch bestehende Automatisierungen übernehmen?

Ja, wobei ich vorher hineinsehen möchte. Bei gewachsenen Skripten ohne Dokumentation ist manchmal ein Neubau ehrlicher als eine Übernahme — das sage ich Ihnen dann, bevor Sie Geld in eine Reparatur stecken.

Weitere Leistungen

Klingt nach Ihrem Thema?

Kurzer Anruf, ehrliche Einschätzung, kein Vertriebsgerede. Ich sage Ihnen auch, wenn ich der Falsche bin.